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Junge Leute hören kein Radio mehr? Von wegen!

Die aktuellen Mediendaten über die Radionutzung der 14- bis 29-Jährigen 

10.09.2026 Sandra Zeiscke

„Die jungen Leute hören heute doch kein Radio mehr.“

Diesen Satz hört man in der Marketing- und Werbebranche immer wieder. Und auf den ersten Blick scheint er nachvollziehbar: Spotify, YouTube, TikTok, Podcasts und andere On-Demand-Angebote gehören für junge Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag.

Doch aus „junge Menschen nutzen immer mehr digitale Audioangebote“ folgt nicht automatisch „junge Menschen hören kein Radio mehr“.

Ein Blick in die aktuellen Marktforschungsdaten zeigt ein differenzierteres Bild: Junge Menschen hören Radio. Viele sogar täglich. Allerdings nutzen sie Audio insgesamt anders als ältere Generationen.

58,6 Prozent hören täglich Radio

Die aktuelle ma 2026 Audio II der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse liefert eine klare Antwort auf die häufig gehörte Behauptung, junge Menschen würden Radio nicht mehr nutzen.

58,6 Prozent der 14- bis 29-Jährigen hören montags bis freitags täglich Radio. Das entspricht rund 8 Millionen Menschen in Deutschland. Noch größer ist die Reichweite über einen längeren Zeitraum: Innerhalb von vier Wochen erreicht Radio 82,8 Prozent der 14- bis 29-Jährigen – knapp 11,3 Millionen Menschen.

Auch die Hördauer ist bemerkenswert: Wer in dieser Altersgruppe Radio hört, verbringt damit durchschnittlich 195 Minuten pro Tag, also mehr als drei Stunden.

Damit ist die Aussage „Junge Menschen hören kein Radio“ nicht haltbar.

Allerdings hören junge Menschen tatsächlich weniger Radio als ältere Altersgruppen. Die Tagesreichweite liegt bei der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren bei 73,9 Prozent. Der Unterschied liegt aber nicht zwischen „Radio“ und „kein Radio“. Er liegt in der Art der Mediennutzung.

Radio ist Teil einer größeren Audio-Welt

Genau hier kommt die ARD/ZDF-Medienstudie 2025 ins Spiel.

Die 14- bis 29-Jährigen sind eine besonders digitale und non-lineare Zielgruppe. Rund 84 Prozent nutzen täglich Audio und kommen im Durchschnitt auf 152 Minuten Audio-Nutzung pro Tag. Davon entfallen 51 Minuten auf lineares Radio.

Gleichzeitig hat sich die Nutzung von Audio stark ausdifferenziert. Musikstreaming, Podcasts, YouTube und andere On-Demand-Angebote gehören selbstverständlich zum Alltag. Rund 70 Prozent der Audionutzungszeit der jungen Zielgruppe entfallen auf non-lineare Angebote.

Das ist entscheidend: Wer heute fragt, ob junge Menschen „Radio hören“, denkt häufig noch an das klassische Bild vom Radiogerät und einem festen Sender.

Für die Generation der 14- bis 29-Jährigen ist Audio dagegen stärker eine Frage von Inhalt, Situation und Gerät. Radio kann über UKW, DAB+, Webradio, Smartphone oder Smart Speaker ins Leben kommen. Dazu kommen Podcasts und Audio-on-Demand.

Die junge Zielgruppe hat Radio nicht abgeschafft. Sie hat ihre Audio-Welt erweitert.

Junge Menschen hören anders – aber sie hören

© cottonbro studio

Die ARD/ZDF-Medienstudie zeigt, wie stark die junge Zielgruppe non-linear geprägt ist. Gleichzeitig bleibt Radio relevant: 2025 lag die Wochenreichweite bei den 14- bis 29-Jährigen bei 56 Prozent.

Damit ist Radio weiterhin das meistgenutzte lineare Audioangebot in dieser Altersgruppe.

Zum Vergleich: Musikstreaming erreicht bei jungen Menschen natürlich deutlich höhere Werte. Das ist jedoch kein Gegenbeweis zur Radionutzung.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht:

Radio oder Spotify?

Sondern:

Welche Audioangebote nutzen junge Menschen – und in welchen Situationen?

Die Antwort lautet: Radio und Spotify und Podcasts und YouTube und vieles mehr.

Warum hören junge Menschen Radio?

Radio konkurriert bei jungen Menschen um Aufmerksamkeit mit einer riesigen Auswahl an Audio- und Videoangeboten. Umso wichtiger ist die Frage, was Radio attraktiv macht.

Musik, Nachrichten sowie lokale und regionale Informationen spielen eine wichtige Rolle bei der Senderwahl. Radio bietet damit eine Mischung aus Musik, Information, Unterhaltung, Persönlichkeit und Aktualität.

Radio ist also nicht nur Musik.

Radio ist auch Stimme, Persönlichkeit, Orientierung und Begleitung.

Was bedeutet das für Werbungtreibende?

Das Audioversum 2026 von ARD MEDIA zeigt: Selbst bei den 14- bis 29-Jährigen – also genau der Zielgruppe, in der Musikstreaming besonders stark ist – entfallen 50 Prozent der werberelevanten Audionutzung auf Radio.

Radio bleibt damit auch bei jungen Menschen ein zentraler werblich erreichbarer Audiokanal.

Für die Mediaplanung bedeutet das: Wer junge Menschen erreichen will, sollte nicht in Kategorien wie „Radio gegen Streaming“ denken.

Die bessere Frage lautet: Wie kombiniert man Radio und digitale Audioangebote so, dass die Zielgruppe möglichst effizient erreicht wird?

Radio ist nicht weg. Es hat sich verändert.

Die Daten zeichnen ein klares Bild: Junge Menschen hören nicht genauso Radio wie ältere Generationen. Die klassische lineare Nutzung ist bei ihnen schwächer ausgeprägt. Daraus zu schließen, dass junge Menschen Radio nicht mehr nutzen, greift jedoch zu kurz.

Denn gleichzeitig gilt:

  • 58,6 Prozent der 14- bis 29-Jährigen hören täglich Radio.

  • 82,8 Prozent hören innerhalb von vier Wochen Radio.

  • 195 Minuten beträgt die durchschnittliche tägliche Verweildauer der jungen Radiohörer.

  • 56 Prozent hören mindestens einmal pro Woche Radio.

  • 50 Prozent der werberelevanten Audionutzung entfallen auf Radio.

Die jungen Menschen haben Radio also nicht abgeschafft.

Sie haben ihre Mediennutzung erweitert.

Die Frage ist nicht, ob junge Menschen Radio hören.

Junge Menschen hören Radio. Sie hören Musikstreaming. Sie hören Podcasts. Sie nutzen YouTube. Sie bewegen sich zwischen Plattformen, Geräten und Nutzungssituationen.

Radio ist dabei nicht verschwunden. Es ist Teil eines fragmentierten Audiomarktes geworden.

Für Werbungtreibende bedeutet das: Radio sollte bei der jungen Zielgruppe nicht vorschnell aus dem Mediaplan gestrichen werden. Die aktuellen Daten sprechen dafür, Radio als reichweitenstarken Bestandteil eines modernen Audio-Mixes zu betrachten.

Denn die eigentliche Entwicklung lautet nicht:

„Junge Menschen hören kein Radio mehr.“

Sondern:

„Junge Menschen hören Audio – und Radio ist ein wichtiger Teil davon.“

Wenn Du die junge Zielgruppe erreichen möchtest, melde die gerne bei uns und wir helfen Dir bei der Erstellung Deiner Audio-Werbung.


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